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Logbucheintrag Nr.3

Zu neuen Ufern: Abklatsch, kritisches Theater, Literaturherbst – mit einem kleinen Gedicht über Hermeskeil, das überhaupt nichts mit all dem zu tun hat


Seit gut zwei Jahren geben wir jetzt den Absatz heraus. Was als eine Spielerei im Coronablues begonnen hat, ist inzwischen zu einem halbwegs handfesten Projekt geworden, das (stark abhängig davon, ob gerade Klausuren-/Hausarbeitsphase ist) mal mehr und mal weniger reibungslos abläuft: Texte schreiben, Texte besprechen, Texte hochladen machen wir meistens so nebenbei wie noch immer leidenschaftlich gern.

Aber Routine sollte der Absatz natürlich nie sein – weshalb wir uns darauf geeinigt haben, dass es allerhöchste Zeit wird, damit zu brechen. Ohnehin ist das Onlinemagazin zwar der Kern unserer Arbeit, aber wir wollten uns darauf nie beschränken. Also: Jetzt ist der Zeitpunkt, all die anderen Ideen in die Tat umzusetzen, die uns seit Monaten unter den Nägeln brennen.

Idee eins: Die Printausgabe. Endlich soll es uns auch analog und zum Anfassen geben. Unter dem Arbeitstitel »Abklatsch« entsteht gerade ein kleines, aber umso feineres Printformat, das kaum größer als ein Flyer sein soll, mit Gedichten und einem handverlesenen Design. Und das beste: Der »Abklatsch« wird kostenfrei ausliegen in euren Heidelberger Lieblingsbars, -kaffees und -bibliotheken. Der erste Prototyp steht, das Papier ist bestellt und InDesign läuft heiß. Wie es vorangeht und wann die erte Ausgabe erscheint, könnt ihr auf unserer Startseite unter dem Reiter »Abklatsch« verfolgen.

Idee zwei: Der Lesekreis. Mit Diskussionen in entspannter und freundschaftlicher Atmosphäre hat unsere Zusammenarbeit einmal begonnen. Nun wollen wir am Urpsrung ansetzen und uns auch in einem regelmäßigen Format nach außen öffnen. Jeden Mittwoch um 18 Uhr findet im universitas das »kritische Theater« statt, wo wir Texte unter anderem von Brecht, Benjamin und Marx diskutieren. Interesse? Dann schreibt uns gern unter absatz-redaktion@posteo.de – oder kommt am nächsten Mittwoch einfach vorbei. Weitere Infos dazu findet ihr außerdem auf der Startseite unter dem Reiter »Kritisches Theater«.

Zuletzt: ein paar Veranstaltungen. Mit ein bisschen Glück dürfen wir in diesem Jahr beim Heidelberger Literturherbst mitwirken und hier eine kleine Lesung veranstalten. Außerdem sind wir in den Westen Deutschlands eingeladen: Das »Kollektiv Mehrklang« (www.kollektivmehrklang.de) veranstaltet Ende August ein mehrtägiges Kulturfest im Trierer Konzeptraum »ExRakete«, wo wir einen Gastauftritt haben werden. Auch für die nächste Lesung von Haus sammeln wir bereits Ideen – in der Auftaktwoche des Wintersemesters 22/23 laden wir zum dritten Mal für einen bunten Abend ins universitas.

Für all diejenigen unter euch, die es bis hierher geschafft haben, nun ein ganz besonderes Gedicht, das wir als zu wertvoll befunden haben, als dass wir es einfach auf der Startseite hätten veröffentlichen wollen – eine Homage an einen schönen Ort in Rheinland-Pfalz mit dem klingenden Namen »Hermeskeil«:






Geil in Hermeskeil


Es gibt 'nen Ort in Rheinland-Pfalz, den nennt man Hermeskeil.

Die Sage geht: Vor Zeiten schwang dort Zeus sein Fleischesbeil.

Und bist du mal in Rheinland-Pfalz, so weile doch ein Weil

Im schönen, lust'gen Örtelein mit Namen Hermeskeil.


Hermes: »Geil, dieser Ort, benannt nach meinem Keil!

Ich eile, Eilen ist mein Job, doch weil' ich hier ein Weil:

Am Feldesrande nehm' ich Platz und schreibe Zeil' um Zeil'

Über diesen Ort im Rheinland, über Hermeskeil.«


»Geil, Geil!«, Rufen da die Leut' in Hermeskeil,

»Der Namensvater uns'res Keils schreibt uns Zeil' um Zeil'!

Geil! Endlich findet Hermes, Hermes! hier sein Heil,

In seines Keiles Heimatort, im schönen Hermeskeil.«